Euphorisch in Amerika

Es gibt Bands die sind einfach immer da, obwohl sie in ihrem jeweiligen Heimatland nie über den Status eines Insider Tipps hinauskommen. Das Phänomen, das der Prophet im eigenen Lande nichts zählt, gibt es nicht nur in Deutschland. Aber da so ein Berg nicht gehen kann um zum Propheten zu gelangen, macht sich der Prophet schon mal auf die Sandalen. Was in Amerika lange Zeit die Metal Band der härteren Kategorie waren, die gerne nach Europa und da speziell nach Deutschland begaben weil sie hier viele Fans haben und vor gut bis sehr gut gefüllten Hallen spielten, gilt für die deutschen Melodic Metal und Hard Rock Bands. Das Japan und der asiatische Markt nahezu verrückt nach Hardrock Made in Germany ist wissen wir. Auch auf dem Osteuropäischen Markt kann man als Deutscher Metal Export gut punkten und sich seinen Lebensunterhalt verdienen. Aber Bands aus Deutschland, die sich in den Staaten durchsetzen gibt es eher selten. Klar fallen einem die Scorpions ein, zuletzt hörte man auch, dass Primal Fear in den US of A sehr hoch im Kurs stehen. Als man dann jedoch hörte, das Mad Max auf dem Hard Rock Festival (für alles was mal Rang und Namen hatte und zum Teil noch hat) schlechthin dem Rocklahoma, neben Altstars wie Ratt, Warrant, Helix, Danger Danger, Lizzy Borden usw., usw. spielen war man doch mehr als erstraunt.
In dieser Zeit entstand dann auch das neue Mad Max als „Welcome America“! Es gab also schon genug Gesprächsstoff.
Es gibt Interviews, da meint man der Gesprächsstoff reicht für Stunden und man ist nach 10 Minuten durch, weil ein völlig gelangweilter, genervter Musiker lieber seine Ruhe haben will, als mit einem Schreiberling eines Webzines zu reden. Es gibt Interviews bei denen man sich wie ein kleiner Junge fühlt, dem der Megastar die Ehre gibt ein paar Worte mit ihm wechseln zu dürfen (Bei diesen Leuten handelt es sich nicht um die echten Stars der Szene, ein Bruce Dickinson oder Alice Cooper o.a. würden so nie mit Fans/Schreibern umgehen). Und dann gibt es die Interviews, da hat man nach 5 Minuten das Gefühl, man redet mit einem Kumpel den man schon Jahre kennt und längere Zeit nicht mehr gesehen hat. So geschehen bei eben jenem Mad Max Interview!
Ein Viertelstündchen vor dem eigentlichen Termin klingelte mein Telefon! Oh, Mist, jetzt ruft einer an und das wo ich doch gleich das Interview hab;- hoffentlich nicht der Kollege, der 30 Minuten benötigt und einen zu erklären, dass man zu nächsten Feier noch einen Kasten Bier mitbringen soll.
Nein! Es war Jürgen Breforth!
Hi Frank, ich bin etwas früher dran! Hättest du schon jetzt Zeit? Der Interview Plan für heute ist etwas voller und wenn das jetzt schon klappen würde, kann alles etwas entspannter von statten gehen.
Klar kein Problem! Ich hab soweit alles fertig und hätte die Wartezeit bis zum Termin sowieso nur irgendwie rumbekommen müssen. Wir können sofort loslegen.
Das ist super, ich muss die Interviews nämlich heute und morgen machen, weil unser Sänger Michael und ich übermorgen nach Spanien fliegen. Nicht um da Urlaub zu machen. Wir spielen da ein paar Akustik Songs um das Album zu Promoten. Wir nehmen aber nicht die komplette Band mit um Kosten zu sparen, machen Micha und ich das alleine. Übermorgen sind wir dann in Alicante, das ist bei 30°nicht schlecht, wenn man dann direkt am Meer ist.
Wo du bei Spanien und der Promotion bist, können wir ja auch gleich da einsteigen. Ich stell immer wieder fest, dass grade in Deutschland die Hardrock Schiene, also auch eure Musik, immer noch sehr stiefmütterlich behandelt wird. Was heißt immer noch, eigentlich muss man ja mal wieder sagen.
Da hast du recht. Wir agieren eigentlich nach dem altbewährten Scorpions Rezept. Das heißt die haben uns das eigentlich vorgemacht. Wir gehen dahin, wo man uns gerne mag. Das bedeutet also Spanien, Italien und die Schweiz. Seit letztem Jahr kam dann noch Amerika dazu. Deshalb haben wir das aktuelle Album „Welcome America“ auch unserem ersten Trip in die Staaten gewidmet. Im Osten Europas haben wir auch sehr viel gespielt.
Wobei ich sagen muss, dass wir uns nicht beklagen können. Wir haben zuletzt ausgiebig in Deutschland getourt. Dadurch das wir mit Axel Rudi Pell auf Tour waren haben wir viele der größeren und großen Clubs, die auch alle voll waren, in Deutschland gesehen. Wir haben also 2008 und 2009 sehr viele Shows in Deutschland gespielt, so dass es nun auch wirklich wieder an der Zeit ist mal wieder ins Ausland zu gehen.
Es macht ja auch wenig Sinn immer wieder in die gleichen Clubs zu gehen und da hast du Recht, so viele Touren in dieser Musikrichtung gibt es nicht.
Aber man muss sagen, mit Axel Rudi Pell hatten wir ein wahnsinnslos gezogen. 3 Tage in Folge die Zeche Bochum ausverkauft, das ist schon Wahnsinn, wenn man da dabei ist.
Dann haben wir uns mit dem Amerika Trip einen Kindheitstraum erfüllt und wie es so ist, wenn man nicht drängelt, kam in diesem Jahr die Zugabe und wir durften nochmal ran. Es ist schon Wahnsinn, wenn man auf einem der größten Festivals dieser Richtung mit Bands wie ZZTop, Cinderella, Tesla, also den absoluten Millionensellern auftreten darf und das als einzige deutsche Band;- so zu sagen als Nationalmanschaft.
Im Oktober gehen wir dann wieder rüber und werden dann unsere allererste Clubtour dort machen. Das ist eigentlich auch sehr selten. Das sind eigentlich nur die Scorpions die das machen und an der Ostküste noch solche Sachen wie Helloween oder Primal Fear.
In dem Fall hatten wir natürlich den richtigen Riecher, als wir das Album dieser Sache gewidmet haben. Die Songs auf dem Album haben alle so einen gewissen autobiografischen Touch. Es sind also Dinge, die wir selbst erlebt haben oder die uns Leute erzählt haben mit denen wir ins Gespräch gekommen sind. Wir waren natürlich neugierig, haben viel mit den Leuten gesprochen und diese Erfahrungen oder Geschichten haben wir mit ins Album genommen. Das Album geht jetzt nach Amerika, nach Japan, nach Rest-Asien und kommt gut an. Wir haben da wohl offensichtlich einiges richtig gemacht.
Ich hab so das Gefühl gehabt, dass ihr jetzt in die dritte Stufe der Mad Max Geschichte gestartet seid. Die erste hatte mit „Night of Passion“ ihr eine Scheibe am Start mit der man euch damals den Durchbruch zugetraut/ bescheinig hat. Da kam dann allerdings der Absturz. Das war so der Punkt, wo man das Gefühl hatte, ihr habt euch aus dem Wust deutscher Bands die es damals zu Hauf gab befreit und eure eigene Nische gefunden.
Das wäre wahrscheinlich auch so gekommen, wenn wir uns nicht aufgelöst hätten. Es war aber so, dass der Micha total gefrustet war, weil die Amerika Geschichte damals nicht geklappt hat. Wir waren damals bei einer der größten Labels im Rockbereich überhaupt, bei Roadrunner Records. Die haben damals Metallica entdeckt und aufgebaut, die haben Nickelback groß gemacht. Roadrunner wollten Ende der 80ér ein ganzes Paket an Bands in die Staaten verkaufen. Die Amerikaner wollten das aber nicht, sie wollten zu dem Zeitpunkt nur eine Band haben, nämlich Mad Max. Das wollte der Chef von Roadrunner aber nicht, sondern der wollte sein ganzes Package loswerden und hat den Deal dann platzen lassen. Die Masterbänder lagen damals schon beim Produzenten von Ozzy Osbourne, der die Scheibe für den amerikanischen Markt remixen sollte. Da sich die Rechte aber bei dem holländischen Label lagen und auch heute noch liegen konnten wir nichts machen, so dass wir am Ende die Leidtragenden waren. Michael war dann so gefrustet, dass er sozusagen die Brocken hingeschmissen hat. Damit war die erste Stufe dann beendet.
Dann als zweite Stufe hab ich diese White Rock / christliche Geschichte…
Ja, genau, wobei ich sagen ganz ehrlich sagen muss, dass diese Sache immer noch aktuell ist. Wir finden das nach wie vor gut und es ist auch unsere persönliche Einstellung. Das „Welcome America“ Album ist ja ein … naja Konzeptalbum ist vielleicht übertrieben. Wir sind ja nicht Pink Floyd. Es ist aber eine in sich geschlossene Geschichte und da hätte e es gar keinen Sinn gemacht mit der Brechstange jetzt noch irgendwelche christlichen „Jesus Texte“ unterzubringen. Das heißt, wir spielen auch heute noch diese christlichen Texte, aber wir spielen auch andere Rocksongs. Wir freuen uns wenn wir auf ein christliches Festival eingeladen werden, aber wir spielen nach wie vor auf den anderen.
Also die ZZ Top Geschichte war ja schon der Hammer, aber jetzt wird es noch besser. Wir sind diesmal zum ersten Mal in Wacken eingeladen. Das ist sowas wie ein Ritterschlag für jede Band. Das ist das Zeichen, dass man das was eine Band in den vergangenen Jahren geleistet hat schätzt. Wir werden dann am Freitag auf der berühmten „Wet Stage“ spielen.
Eine bessere Promotion kann man sich eigentlich gar nicht wünschen. Es gibt eine eigene Pressekonferenz Wir werden da ein Best off Auftritt spielen und dabei den Schwerpunkt schon auf die härteren Sachen legen. Wacken ist halt Heavy Metal und da macht es keinen Sinn den Auftritt mit Balladen zu füllen.
Als Band kann ich das gut verstehen, dass man sich freut. Als Fan brauche ich das Wacken Open Air nicht. Das ist für mich eine Massenveranstaltung, wo zu viele Leute rumlaufen, die nur da sind weil es Wacken ist – egal wer da spielt.
Das kann ich gut verstehen. Die Sache ist halt, du kannst dich für Wacken als Band nicht bewerben. Du wirst von den Machern eingeladen, ähnlich wie es beim Sweden Rock auch ist. Das ist dann, pathetisch ausgedrückt, eine Ehre die du als Band nicht ausschlägst. Wir können dann noch Iron Maiden und Alice Cooper sehen, was und sehr freut und ansonsten werden wir auch viele Musiker wieder treffen, die wir schon lange nicht mehr gesehen haben. Es wird praktisch sowas wie ein Familientreffen. Man darf ja nicht vergessen, dass wir weg waren und wenn man dann sieht dass man von 2005 an in 5 Jahren wieder den Anschluss geschafft hat, ist das eine beachtliche Leistung.
Da haben wir schon einiges aufzuholen. In der Zeit, in der wir im Dornröschenschlaf waren, sind andere Bands an uns vorbeigezogen. Vielleicht sind wir auch deshalb etwas enthusiastischer als andere Bands, weil wir es jetzt besonders zu schätzen wissen, dass wir wieder in der ganzen Welt spielen dürfen.
Dazu kommt, dass sich die Zeit auch verändert hat, weil die Verkäufe in den Keller gegangen sind. Früher als es noch Schallplatten gab, musstest du die Scheiben noch kaufen. Das war etwas ganz anderes. Heute muss du mit den Downloads und den geringeren Verkäufen sehen, dass du die Band am Leben hältst.
Wenn man sieht mit welchen Verkaufszahlen die heute in den USA unter die Top 50 der Billboardcharts kommst. Mit der Verkaufszahl wärst du früher nicht mal unter die ersten 200 gekommen.
Der Vorteil an der Musik die wir machen ist ja, dass die Fans so Loyal sind und die CDs kaufen oder die Songs downloaden die ihnen gefallen. Die Leute wissen, dass die Band ohne Einnahmen nicht existieren kann.
Alles in allen wissen wir diese Erfolge mehr zu schätzen, als wenn es wie in den 80´ern immer weiter aufwärts gegangen wär. Es ist schon was anderes als in den 80´ern, dass sieht man jetzt ganz anders.
Seit den 80´ern sind ja nun schon einige Jährchen ins Land gezogen und wir sind alle keine 20 mehr.
(lacht) Stimmt, wir müssen heute schon sehen, dass wir fit bleiben. Auch in dem Bereich sind die Scorpions unser Vorbild. Wenn wir auf die Bühne gehen muss es brennen und da muss man fit sein. Es ist wunderbar durch die Welt zu reisen, aber es macht auch nur dann Spaß, wenn du fit bist, sonst hängt man ganz schnell in den Seilen.
Unser Sänger und ich sind ja auch häufig zur Promotion unterwegs um da oder da mal ein paar Akustik Shows zu spielen. Dann kommen noch Interviews dazu für Radio oder auch Fernsehen. Die Radioleute finden es wirklich klasse, wenn da eine Band kommt und auch mal etwas spielt. Die Kabinen sind allerdings so klein, dass du da nicht mit einer ganzen Band kommen kannst. Es ist schon gut, wenn du dann wie wir, die Songs auch wirklich spielen kannst und wenn du dann eine Akustik Version für 2 Leute in der Tasche hast. Du fährst dann nach Alicante, Barcelona und Bilbao und da hast du schon ziemlich viel Airplay und viel erreicht.
Ich glaube die Spanier sind in dem Musik Bereich auch viel freier.
Auf jeden Fall, die spielen diese Musik auch im Radio, was hier in Deutschland doch schon sehr schwer ist. Wir haben hier in Deutschland das sogenannte Format Radio, das heißt, dass das Programm nach der Meinungsforschung zusammengestellt wird, damit man möglichst viel Werbung verkaufen kann. Erst wenn es dann abends in den Bürgerfunk geht haben die Redakteure die Möglichkeit auch mal etwas zu spielen was sie selber gut finden. Du hast da, stark vereinfacht gesagt eine Mischung aus Charts und Oldies. Also 5-mal Bryan Adams, 5-mal Phil Collins und dann Lady Gaga , Silbermond und so weiter. Es ist sehr schwer da rein zu kommen. Wobei (lacht) dank unserer genialen Promoterin Sandra ist es so, dass die Single vom neuen Album bei Antenne 3, im Südwestfunk und auch in Nordrheinwestfalen im Radio läuft. Es ist das erste Mal seit 2006, dass wir im Radio gespielt werden. Ob es an dem Song liegt („pinky promise“) oder ob es diese Amerika Geschichte ist, dass die Redakteure plötzlich merken, dass es noch eine Band neben den Scorpions gibt die in Amerika auftritt. Ich weiß es nicht.
Zu der Single gibt es jetzt auch ein Video. Die Aufnahmen darin haben wir selbst in Amerika gemacht.
Wenn wir also jetzt etwas Glück haben und den Zuhörern der Song gefällt, kann es sein, dass wir da in den nächsten Wochen noch etwas mehr Airplay bekommen, was wir natürlich gerne hinnehmen würden.
Wenn man wüsste was ein Hit wird, könnte ja jeder einen schreiben, aber es sind zu viele Dinge die du nicht beeinflussen kannst.
Ich denke, dass es im Moment noch viel schwieriger ist. Wenn man mal die Charts etwas außen vor lässt ist die Ganze Musikszene doch sehr bunt gemischt.
Da gebe ich dir recht. Man kann es heute wirklich nur so machen, wie wir es auch machen. Du spielst die Musik die du persönlich gerne magst. Das wir dann diesmal noch die ganzen Geschichten über die wir schon gesprochen haben unterbringen konnten war natürlich besonders klasse. Diese Amerika Sache hat natürlich auch unsere Musik etwas beeinflusst. Wir haben uns viel mit anderen Bands ausgetauscht und da nimmt man auch wieder etwas von mit. Insgesamt war es dann eine gute Sache und wenn man die Reaktionen der Presse und der Fanzines sieht, merkt man dass wir die Leute erreicht haben und dass es ihnen gefällt.
Man muss auch berücksichtigen, dass wir ja eine Band sind die international veröffentlicht, da muss man die Schwerpunkte anders legen. Wenn man nur in deutschsprachigen Raum veröffentlicht, muss man den Schwerpunkt vielleicht auf die Texte legen, während in anderen Ländern das Lebensgefühl eine ganz andere Rolle spielt.
Wenn wir uns mit den Menschen unterhalten, fragen viele: „Wie ihr seid eine deutsche Band?“ Das wir keine Amerikaner oder Engländer sind härt man natürlich am Akzent, aber so ganz typisch deutsch klingen wir dann auch nicht.
Wie gesagt, wir eifern da etwas den Scorpions nach. Ich kenne Rudolf Schenker auch persönlich und da kann man sich natürlich gut austauschen. Es ist doch schade, dass die Amerikaner außer den Scorpions nichts kennen. Da ist vielleicht noch von ganz früher Kraftwerk, aber es kommt nichts nach. Für die deutsche Musik Szene ist das schon traurig.
Wir haben mit den Auftritten auf dem Festival, schon vieles erreicht, die Tour im Oktober ist dann der nächste Schritt und was man nicht vergessen darf ist, dass die anderen Länder auch hellhörig werden. In Japan wurde gleich aufgehorcht. Eine deutsche Band, die da spielt und wir kennen die noch nicht, da müssen wir doch mal hinhören.
Das sind die Mechanismen, die du als Band anstoßen musst und was uns gelungen ist. Wie du an meiner Euphorie erkennen kannst ist alles so gelaufen wie wir es uns erhofft haben
Diese Euphorie, diese Aufbruchsstimmung kommt auf dem Album auch ganz gut rüber. Ich hab letztens in einem Magazin gelesen Sunshine-Cabrio Musik und dachte viel treffender kann man es nicht ausdrücken.
Ja, als wir damals drüben waren, waren es teilweise 40°und es war einfach eine so euphorische Stimmung, dass es sich auf das Album niederschlagen musste.
Es freut und total, dass die Leute das auch so sehen. Wenn du das Album machst hast du ja eine Idee. Du weist aber nie, ob das was dir vorschwebt bei den Leuten auch so ankommt.
Die Reaktionen sind wirklich so, dass die Kritiker schreiben, coole Geschichten, die Band wirkt souverän und man merkt das sie Spaß an dem haben was sie machen. Das ist gut und mehr können wir nicht verlangen. Der Rest ist wie jeder weiß Geschmackssache.
Für uns ist es wichtig dass wir echt und ehrlich rüberkommen. Es gibt viele Bands, die singen „Wir fahren übern Highway und rocken tierisch ab“, sie haben aber in Wirklichkeit nie einen Highway gesehen. Wir haben uns diesen Traum erfüllt und alles was du auf dem Cover und im Booklet siehst sind Fotos die wird dort geschossen haben.
Für mich ist immer das wichtigste das es irgendwie echt klingt, der Stil ist mir persönlich egal.
Mir geht es auch so und ich bilde mir auch ein, dass man als Hörer mitbekommt, wer seine Sache ehrlich meint und wer da einfach nur versucht auf einen Zug aufzuspringen. Bands die heute nach AC/DC klingen weil es angesagt ist und morgen dann nach Bon Jovi brauch ich nicht, es gibt ein Bon Jovi und den braucht man nicht zweimal.
Ich würde niemals so eine Amerika Story erzählen, wenn ich es nicht selber erlebt hätte. Also ich schreib bei uns die Texte und unser Sänger macht dann die Musik. Wenn ich jetzt über etwas schreibe, was ich nicht erlebt habe, hätte ich das Gefühl, dass ich die Leute verarsche. Ich käme mir blöd vor, wenn ich erzählen würde, dass ich durch die Wüste reite und in Wirklichkeit bin ich nur bis zum Baggersee gekommen. So kann ich nicht. Das war schon bei den christlichen Sachen so und es ist auch bei diesem “Konzeptalbum“ so.
Wo du grad Bon Jovi angesprochen hat. Die Stimmungslage und auch die ein oder andere Melodie erinnerte mich ein wenig an Bon Jovi zu „New Jersey“ Zeiten und auf der anderen Seite, weil du grade sagtest der Michael schreibt die Musik fühlte ich mich an Casanova erinnert.
Nein, das kann man so stehen lassen. Ich mein warum sollte ich hier was vorspielen und sagen es ist nicht so. Michael hat damals die ganzen Casanova Sachen geschrieben. Er hat die Band aufgegeben, weil einfach die Persönliche Sache nicht mehr stimmte. Er steht noch zu den Songs und wir spielen ja in unseren Shows auch noch Casanova Sachen., so dass es irgendwie mit dazu gehört.
Viele Leute wissen gar nicht, dass einige Casanova Songs wie z.B. „Hollywood Angels“ für das Mad Max Album nach „Night of Passion“ geschrieben waren. Da es die Band aber nicht mehr gab, konnte Michael sie dann für Casanova nutzen. Der Kreis schließt sich, dadurch dass wir sogar bei diesem Akustik Set in Spanien wieder Stücke von Casanova spielen, weil sie ja zur Biographie von Michael gehören. Ich find es auch gut, dass die alten Casanova Sachen jetzt nochmal veröffentlicht werden. Aber ich denke, dass wir eine Band sind, die sich auch ständig entwickeln will. Wir sind eine Band, die den Leuten gerne mitteilt was sie heute zu sagen hat, aber die Fans wollen natürlich auch die alten Songs hören.
Für mich waren es eigentlich zwei komplett verschiedene Sachen. Mad Max die etwas härtere, metallische Band und Casanova die mit der leichter verdaulichen Kost, die auch schon mal ein „Tralala“ Refrain haben durfte.
Ja, das siehst du genau richtig. Mad Max war, vielleicht auch durch meinen Einfluss und den der anderen Jungs etwas heavier, aber die Casanova Sachen hatten auch ihren Reiz!
Als abschliende Frage. Was macht ihr mit der Position am Schlagzeug? Bleibt ihr zu dritt oder wird die Stelle mal besetzt.
Ja, ja, ja, wir bleiben zu dritt! Der Hans wird weiterhin bei unseren Konzerten spielen. Er hat auch auf der Scheibe getrommelt, aber er wird kein festes Mitglied der Band. Er spielt ja auch in sehr vielen Bands und ich hasse nicht mehr als Bands, die verkünden, das ist unser neuer Schlagzeuger und dass der neue Bassist. Vier Wochen später ist der Bassist wieder raus und es kommt ein neuer Bassist.
Michael, Roland und mich verbinden mittlerweile einige Jahrzehnte und Axel, unser alter Drummer macht Jaded Heart. Das ist sein Baby, dass er sich nach dem Ende von Mad Max aufgebaut hat und erfordert zu viel Zeit mit beiden Bands. Hans ist immer unser Drummer, aber halt kein offizielles Mitglied. Es würde das Bild der Band einfach verändern, wenn er da jetzt dazu gehört und das wollen wir nicht.





