Gynger Lynn - Baby´s Gone Bad
5.5 von 10 Punken
Erscheinungsjahr
2010
Label
Fastball/Intergroove
Besetzung
Gesang, Gitarre: Dean Pressley
Gitarre: Will Hair Bass: Jim Stuppy
Schlagzeug: Luke James Lorraine
Keyboard: Gavin Jadwin
Gitarre: Will Hair Bass: Jim Stuppy
Schlagzeug: Luke James Lorraine
Keyboard: Gavin Jadwin
Tracklist
1. Take Me Away
2. Need To Know
3. Baby's All Talk
4. Along the Way
5. Yes It's True
6. Need A Little Love
7. Goin' Home
8. Summertime
9. Lonely, Lonely
10. Never Find A Better Girl
11. Wanna Be Your Lover
12. The Chance
13. Stay With Me
14. Baby's Gone Bad
15. Way Of The World
16. Bad Luck
2. Need To Know
3. Baby's All Talk
4. Along the Way
5. Yes It's True
6. Need A Little Love
7. Goin' Home
8. Summertime
9. Lonely, Lonely
10. Never Find A Better Girl
11. Wanna Be Your Lover
12. The Chance
13. Stay With Me
14. Baby's Gone Bad
15. Way Of The World
16. Bad Luck
Datum: 29.07.2010 - Autor Frank
Mein erster Versuch etwas über den Background der Band zu erfahren zeigte dann, dass meine Vermutung gar nicht so falsch war. Die Namenspatronin Gynger Lynn (bürgerl. Gynger Lynn Allen)war Pornodarstellerin in den 80´ern und lag in diesem Genre in ihrer Bekanntheit gleich hinter Tracy Lords (zumindest in den USA, wenn man Wikipedia hier glauben schenken darf). Da sie an Göttin Tracy aber nicht vorbeikam versuchte es mit der seriösen Schauspielerei. Am Ende stand eine kleine Rolle in „Blaze of Glory – Flammender Ruhm“. Genau, der Film zu dem kein geringerer als Jon Bon Jovi den Soundtrack aufgenommen hat.
Mit diesem hintergrund ist die Musik der Gruppe nicht so schwer zu erraten;- Hair Metal!! „Baby´s gone bad“, war der Zweitling der Band und wurde zum ersten Mal 1993 veröffentlicht. Die Optik der Jungs und die Aufmachung der CD (Innen Flammenmuster, auf dem Frontcover ein trauriger blonder Engel mit weißen Flügelchen und ein schön geschnörkelter Schriftzug), das alles lässt auf die ganz großen Hair Metal Tage schließen. Ich hab in dieser Zeit verdammt viel Glam und Sleaze gehört und gekauft, aber diese Truppe ist mir nicht wissentlich untergekommen. Der Fünfer versuchte sich trotz des Namens und der Optik von den 100.000den L.A. Bands abzuheben. In dem man im Rock Buiz auch mal rechts und links über den Tellerrand schaut. Amerikanische Webzines sprechen von Cheap Trick meets Beatles meets Ramones, was ich für sehr weit hergeholt halte. Das Vorhaben der Jungs 1993 war es weniger Glam und mehr Rock zu sein als die abertausend aufgestylten Jungens auf dem Strip, Ist das gelungen? Ja! Aber ist das auch immer positiv? Hmmm?
Am Anfang fand ich die Scheibe einfach nur langweilig! Die Songs plätscherten cor sich hin, der Sänger wirkte kraftlos. Ich wunderte mich nicht, dass mir die Band durchgegangen ist. Das ist nicht mal die zweite Garde mit Bands wie Tuff oder Pretty Boy Floyd, das ist noch eine Etage drunter; - dachte ich! Nach dem einen oder anderen Hördurchgang (schönes Wetter, Fenster auf und cruisen) kann ich „Baby´s gone bad“ doch etwas differenzierter betrachten. *Joke-Modus an* Es ist nicht alles schlecht was da klebt! *Joke-Modus aus*
Der Opener „Take me Away“ oder „Baby´s All Talk” können mit griffigen Hooklines überzeugen, während das Dudelkeyboard nervtund mehr als flüssig ist. “Need to now” (mit Kindergeträller), “All The Way” mit Vogelgezwitscher aus dem Keyboard und „Yes it´s true“ sind hingegen wirkliche Langweiler. Das liegt nicht allein daran, dass es sich hierbei um Slow-Tempo Songs handelt. Wenn Balladen jedoch lieb- und herzlos dargeboten werden wie hier, fällt es mir schwer den Herzschmerz für voll zu nehmen. Meine Herren von Gynger Lynn, die Dame die euch abnimmt, dass ihr die Message „Yes it´s true“ ernst meint, glaubt auch, (Achtung, uralter Kalauer),dass der Herr im weißen Polyester Freizeit Anzug ,Marke Leisure Suit Larry, die gute Gynger Lynn am Ende ihrer Filme heiratet.
Ein weiteres Problem der Band wird auch bei „Need a Little Love“ deutlich. Der Song ist eigentlich gut. Die Melodie passt, der Refrain setzt sich fest, aber der Sänger kommt nicht in die Pantoffel. Dean Pressley klingt wie Marc Slaughter mit Schalldämpfer. Man möchte ihm zurufen: „Alter gib Gas, nimm die Wolldecke aus dem Hals und hau es raus. Während das im rockigen Bereich durch die Musik noch einigermaßen gut kompensiert werden kann, ist bei den balladesken Stücken nichts zu retten.
Wenn Gynger Lynn auf Firlefanz wie Kinderchöre, Vogelgezwitscher und Klimperkeyboards oder auch mal Deep Purple Orgel verzichten, werden die Songs gleich interessanter. Das zeigt sich besonders bei den beiden Bonus Tracks die mich am meisten überzeugten.
Wenn wir nochmal auf den Porno Einstieg zurückkommen, so kann man sagen. An vielen Stellen ist „Baby´s gone Bad“ wie die Pay TV Variante der US Pornos! Unterhalb der Gürtellinie hat der Kameramann mit seinem Objektiv nichts zu suchen und das Geknutsche wirkt so aufgesetzt, dass es eh keiner sehen will.
Spaß beiseite! Die Scheibe hat ihre positiven Momente, aber rechtfertigt das einen Re-Release?
Ich denke Nein, denn es gibt ohnehin schon genug neue Veröffentlichungen in diesem Genre. „Baby´s Gone Bad“ ist schon 1993 untergegangen und wird Gynger Lynn auch 2010 nicht die Türen zum großen Durchbruch öffnen. Wenn man die My Space Seite der Band (nicht der Darstellerin) aufruft sieht man, dass 3 der 5 Herren seit 2008 wieder zusammen sind und an ihrem Comeback feilen. Wenn mich nicht alles täuscht ist der Keyboarder nun raus und der etwas flügellame Schlagzeuger von damals wurde ersetzt. Wenn man nun noch auf überflüssige Plastik-Kuschel-Songs verzichtet besteht noch Hoffnung, dass Gynger Lynn vielleicht doch noch ein braucbares Album rausbringen.
Wer eine CD mit ein paar Highlights, einigem Mittelmaß und einigen Ausfällen benötigt, der darf zuschlagen. Wenn es ein Girl gibt, die Dean Pressley „Yes it´s True“ abnimmt… . Ich zieh schon mal den weißen Plastik Freizeitanzug an…
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