Pro Pain - Absolute Power

8.0 von 10 Punken


Erscheinungsjahr
2010

Label
AFM Records

Besetzung
Gesang/Bass: Gary Meskil
Gitarre: Tom Klimchuck
Gitarre: Eric Klinger
Schlagzeug: Rick Halverson

Tracklist
1. Unrestrained
2. Destroy The Enemy
3. Stand My Ground
4. Road To Nowhere
5. AWOL
6. Hell On Earth
7. Divided We Stand
8. Gone Rogue (I Apologize)
9. Rise Of The Antichrist
10. Hate Coalition

Datum: 04.05.2010 - Autor Claudio
VÖ:07.05.10

Oh, Pro Pain bringen ein neues Album auf den Markt. Wird ja auch schon Zeit, ist ja schon ein Jahr um und ihr nun 14tes bringt vielleicht wieder das, was Pro Pain einmal ausgemacht haben. Denn in den letzten Jahren war die Musik nicht mehr das fiese Gewüte wie zu Beginn ihrer Karriere, sondern recht seichtes Gefiedel mit viel zu wenig Schmackes dahinter. So viel zu meiner Wunschvorstellung, doch fehlt der Glaube, dass die Mannen um Rüpel Gary Meskill noch einmal zum Schlag ausholen könnten.

Doch bereits die Klänge des Openers “Unrestrained” lassen mich aufhorchen. Irgendwie klingt dieser Song schon wie eine Art Friedensangebot und tritt gewaltig Podex. Endlich klingen die Herren wieder bollerig und man versteht langsam, warum sie als einer der Starter des Metal/Hardcore Hybriden gelten. Besonders “Destroy The Enemy” mausert sich zu einem absoluten Highlight, in den letzten Jahren war der gute Gary, auf der Bühne mal abgesehen, so angefressen und mit einem typisch rhythmisch/melodischem Chorus walzt dieser Song alle Zweifel beiseite und ich würde meine Hand ins Feuer legen, dass dieser Song besonders Live zu einem Gassenhauer wird.

Wie bereits gesagt besinnen sich Pro Pain auf “Absolute Power” auf das, was sie einstmals so stark gemacht hat, nämlich absolute Power. Keine unnützen Einlagen die den Song nur verwässern, selbst punkige Ausflüge werden von der geballten Macht Meskills Stimme einfach übertönt. Selbst melodischere Ausflüge, wobei man melodisch nicht mit mellow verwechseln sollte, wie in “Stand My Ground”, bei dem Song hat außerdem der gute Schmier von Destruction mit im Studio gebrüllt, verlieren nicht an Wucht oder Intensität. Auffällig ist auch die Tatsache, dass die vier Herren nicht versuchen sich selbst zu kopieren und bei allen typischen Trademarks immer versuchen Abwechslung mit einfließen zu lassen. Bei einer Band mit einem eingefahrenen Sound und angespannter Erwartungshaltung der Fans, aufgrund eher schwacher letzter Alben, ist dieser Versuch nicht wirklich einfach, aber er gelingt dem Quartett und auch wenn man auf ein paar “ohohoooo” Singalongs wie in “AWOL” und Soli wie in “Road To Nowhere” ruhig hätte verzichten können.

Man muss es einfach zugeben, dass man aus dem Lager Pro Pain nicht mehr viel erwartet hat und man auch ein bisschen Angst hat, dass es sich bei “Absolute Power” um den Schwanengesang einer ehemals stilprägenden Band handelt. Nichtsdestotrotz ist das Album so stark, dass es sich in einer Reihe mit den ersten Releases der Band wiederfindet. Eine Mischung aus Hardcore und Metal, dass sich einmal aus dem einen und dann wieder aus dem anderen Lager bedient und auch vor rockigen und punkigen Ausflügen nicht sträubt. Auffallend ist besonders die Gitarrenarbeit, die im Solobereich nichts mit Hardcore zu tun hat, sondern reine Metalsoli sind. In diesem Bereich würde ich “Absolute Power” sogar als melodischste Pro Pain Erscheinung aller Zeiten bezeichnen und endlich ist der Spagat der Band wieder geglückt. Kein anderes Pro Pain Album der jüngeren Vergangenheit hat so viele Durchläufe hinter sich gebracht wie “Absolute Power” in den letzten Wochen und wenn man von einigen käsigen Parts absieht, ist es einfach ein richtig gutes Album einer Band geworden, die wieder zeigt warum sie sind was sie sind. Daumen hoch für das Bollo Quartett aus NYC und einfach “Unrestrained”, “Destroy The Enemy” oder “Rise Of The Antichrist” anhören. Ob es nun HArdcore, Metalcore oder Metal ist, dass vermag ich nicht zu sagen, denn von Beatdowns, über Melodien bis zu Blastbeats wird auf dem Album alles aufgefahren, was man als Stilmittel verschiedener Musikrichtungen bezeichnet und das ist auch gut so. Mit “Absolute Power” erinnern die Jungs wieder eher an “Foul Taste Of Freedom” und lassen halbgare Alben, wie das letzte Album “No End In Sight”, das bei anfänglichem Gefallen den Test der Zeit einfach nicht bestanden hat, vergessen.

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