Reflection - When Shadows Fall

4.0 von 10 Punken


Erscheinungsjahr
2008

Label
Crz Del Sur

Besetzung
Gesang: Leo Stivala
Gitarre: Stathis Pavlantis
Bass: John Litinakis
Keyboard: Iraklis Loukakis
Schlagzeug: George Pavlantis

Tracklist
01. Entering The Sea…
02. Mistress Of Sea
03. Ghost Ship
04. When Shadows Fall
05. Whispers Of The Lost…
06. Lost
07. Desert Land
08. Soul Salvation
09. Eyes Of The Night
10. Serpent’s Eye
11. Kingdom Of Fire
12. Mistress Of Sea [Orchestral Version]


Datum: 05.09.2008 - Autor Claudio
Manch Bands mache es einem mehr als schwer. Reflection aus dem schönen Griechenland ist auch so ein Fall, seit 17 Jahren ist die Band schon unterwegs, aber so richtig haben sie noch keinen Hund hinter dem Ofen hervor gelockt und ob sie es mit “When Shadows Fall” schaffen, dass mag ich auch anzweifeln. Musikalisch haben sie sich augenscheinlich dem Doom Metal, und zwar in seiner epischen Form, verschrieben. Das soll heißen, dass die Geschwindigkeit zumeist im langsamsten Bereich pendelt und der Sänger nach Herzenslust theatralisch vor sich hin jaulen darf. Ja ich sage Jaulen und nicht singen, was aber nicht an dem Sänger alleine, sondern auch zum Großteil an den fürchterlichen Chören liegen dürfte. Diese Chöre sind oft dermaßen neben der Spur, dass man sich fragt, ob es nicht vielleicht doch Absicht und kein Versehen ist. Eigentlich wundert mich diese Tatsache, denn bei seiner anderen Band Forsaken ist Leo Stivala ein Sänger von ganz anderem Kaliber, aber vielleicht muss er bei Reflection den Underground-Kauz Faktor noch höher halten, damit die True-Fraktion auch vollends bedient wird.

True sind Reflection, sehr sogar, ihre Gitarrenläufe und auch die Rhythmik der Songs sind altbekannt, auch wenn kein Vergleich einfällt, klingt einiges wie schon oft gehört. Natürlich kann man den Metal nicht neu erfinden und wenn man es genau nimmt, hat ja mit dem Doom alles angefangen, natürlich nur, wenn man Black Sabbath direkt in diese Schublade schiebt. Auch die Tatsache, dass die Hellenen schon seit 17 Jahre im Untergrund herumgeistern sollte natürlich auch berücksichtigt werden. Musikalisch hat es das Quintett auch auf dem Kasten, aber vielleicht Täte es ihnen gut, mal die ausgetretenen Pfade, welche andere Kauzbands schon zu mehrspurigen Autobahnen getrampelt haben, zu verlassen und sich auf die eigenen Stärken zu besinnen, was ihnen bei “Ghost Ship” und “When Shadows Fall” auch durchaus gelingt und eben diese Songs zeugen auch von der Qualität welche die Band eigentlich innehat. Ein Song wie “Lost” vernichtet aber jedes Wohlwollen direkt mit Stumpf und Stiel, ich möchte gerne Wissen, welcher Herr sich dort anmaßt im Hintergrund herum zu blöken, denn ich habe die Ahnung, dass nur er weiß, welchen Song er dort gerade von sich gibt.

Für mich als Fan des Genres ist Reflection eine herbe Enttäuschung, welcher auch die trockene, kalte Produktion nicht mehr aus den Puschen helfen kann. Im epischen Doom Bereich und auch im Kauz Metal Bereich gibt es Bands, die den Griechen viel, sehr viel voraushaben. Man muss sich ein mach ihre Landmänner Battleroar, um im epischen Metalbereich mal ein Beispiel zu nennen, oder Dantesco anhören, von Bands wie Solitude Aeturnus, Candlemass oder Solstice will ich gar nicht anfangen. Mir ist bewusst, dass Reflection ihre Fans finden werden und auch in ihrem Heimatland, wo so eine Art von Musik schwer angesagt zu sein scheint, bestimmt viel Rückhalt erhalten, aber um wirklich international etwas zu reichen und nicht in der Kult/Kauzecke zu gammeln, muss schon einiges mehr geschehen. Doom Allesfresser, Epic Käuze und Menschen die Angst vor moderneren Einflüssen, nach 1984 also, haben, können bei “When Shadows Fall” beruhigt zuschlagen. Jeder andere sollte vielleicht die Finger davon lassen und mal genau reinhören. In meinen Augen und Ohren ein Album, dass zwar zwei Highlights der Kategorie Knaller enthält, aber ansonsten kräftig abstinkt. Besonders die orchestrale Version von “Mistress Of The Sea” hätte man sich sparen können, opernhaftes, mehrstimmiges Gejaule und viel Keyboard ersetzen kein Orchester, denn so klingt es gewollt.....aber nicht gekonnt. Des Weiteren habe ich ein untrügliches Zeichen dafür entdeckt, dass eine Platte nicht wirklich als Highlight zu bezeichnen ist: Ich werde beim Hören Müde. So richtig Müde. Sorry Guys.



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