Sepultura - A-Lex

6.5 von 10 Punken


Erscheinungsjahr
2009

Label
SPV

Besetzung
Gesang: Derrick Green
Gitarre. Andreas Kisser
Bass: Paulo Jr.
Schlagzeug: Jean Dollabella

Tracklist
1. A-Lex I
2. Moloko Mesto
3. Filthy Rot
4. We`ve lost you
5. What I Do!
6. A-Lex II
7. The Treatment
8. Metamorphosis
9. Sadistic Values
10. Forceful Behavior
11. Confrom
12. A-Lex III
13. The Experiment
14. Strike
15. Enough Said
16. Ludwig Van
17. A-lex IV
18. Paradox

Datum: 17.01.2009 - Autor Jörg
VÖ:23.01.09

Zugegeben, ich war nie der größte Fan von Sepultura auf dieser Erde und werde es auch in diesem Leben nicht mehr. Meine Begeisterung beschränkte sich auf „Chaos AD“ und „Roots“, alles andere habe ich mir nie wirklich in die Sammlung gestellt. Zudem tendiere ich auch noch stark in Richtung Soulfly, habe aber keine Vorurteile gegenüber Sepulturas Sänger Derrick Green- ihn als „Neuen“ in der Band zu bezeichnen wäre mittlerweile echt nicht mehr fair. Ich habe mir einiges angehört was er mit Sepultura aufgenommen hat und bin der Meinung, das er schon gut hier rein passt.

Wenden wir uns dem neuen Sepultura-Album zu, mit dem seltsamen Namen„A-Lex“ betitelt hat der Albumname Zweierlei Bedeutung: Zu einem ist es ein Ausdruck aus dem Russischen und bedeutet soviel wie „Kein Gesetz“ oder „Gesetzlos“. Das wiederum passt gut zum Konzept dieser Scheibe, welche sich mit dem Buch (ausnahmsweise mal nicht der Film) „A Clockwork Organe“ beschäftigt und die Hauptfigur heißt ja bekanntlich Alex. Ich kenne jetzt das Buch selber nicht, liebe den gleichnamigen Film von Stanley Kubrick, der ja schon oft Inspirationsquell für etliche Songs, Bands und auch Alben war.

Sepultura machen es uns hier nicht einfach und haben ein Album erschaffen, welches mit über einer Stunde Spielzeit viel Aufmerksamkeit und auch Geduld erfordert. Solche Kracher wie „Filthy Rot“ oder „We`ve lost you“ sind nicht nur unter den 18 Stücken vertreten. Immer wieder gibt es Instrumentale Zwischenspiele unter dem Namen „A-Lex“, welche dem Album Tiefgang und auch einen roten Faden bescheren. Hier macht besonders „A-Lex Part II“ Spaß, ein kurzes prägnantes, melodisches Stück, das den Weg für „The Treatment“ einem schnellen Thrasher bereitet. „Sadistic Values“ schlägt überaschend melodische Töne an, das düstere Stück ist ein Highlight auf dieser CD, hört da mal unbedingt rein. Das Lied dient quasi zur Einleitung von „Forceful Behavior“ und beide Tracks funktionieren so echt gut miteinander.

Die deutschen Toten Hosen haben „Clockwork Orange“ 1988 auch mal ein Konzept-Album gewidmet (jedem dürfte klar sein, das Sepultura und die Hosen musikalisch nicht viel gemein haben) und haben als roten Faden die Musik von Ludwig Van Beethoven gewählt. Ob diese im Buch auch eine große Rolle spielt, weiß ich nicht. Sepultura greifen das Thema beim Song „Ludwig Van“ gegen Ende des Albums auch einmal auf.

Musikalisch herrscht auf „A-Lex“ die gewohnt thrashige Kost aus kernigen Riffs, welche gern auch mal sehr tief gestimmt daher kommen und feinen Metalsolis. Gitarrist Andreas Kisser hat ja die Fäden nun in der Hand, doch kommt der Punk und Hardcore-Einschlag auch hier nicht zu kurz. Immer wieder gibt es stampfende Parts und das Geshoute von Derrick Green, das an die Hardcore/Punk-Wurzeln der Band erinnert. Es ist eben nicht so das mit dem Abgang der Cavaleras der Hardcore gänzlich verschwunden ist.

„A-Lex“ ist auf jeden Fall eine gute Scheibe geworden, nur ist sie schwer verdaulich und es braucht seine Zeit um sich mit ihr anzufreunden. Im direkten Vergleich zum letzten Soulfly-Album „Conquer“ zieht „A-Lex“ leider den kürzeren. Fans der Band lassen sich sicher auf diese Scheibe ein. Wer bisher nicht mit Sepultura A.M (After Maxe) klar gekommen ist, wird auch dieses Mal wieder nicht weiter kommen. Es verdient auf jeden Fall Respekt was die Vier hier aufgezogen haben. Klassischen Thrash der Marke „Arise“ vermisst man hier logischerweise auch, doch Sepultura bleiben nicht auf der Stelle stehen und das macht sie sympathisch.



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