Primal Fear - w/ Brainstorm



Datum
08.11.2009

Konzertort
Bochum, Matrix

Datum: 11.11.2009 - Autor Frank
Die schwäbische Power Metal Bande rockt Deutschland und sorgt dabei für Wirbel.

Kaum erreichen die Schwaben Spanien rappelt es zwischen Support und den beiden anderen Reisenden. Ergebnis: Jaded Heart werden aus dem geplanten Dreier geworfen.

Wie versprochen hörte ich mich mal um. Aber die Gerüchte klingen schon irgendwie merkwürdig und wurden von der Tourleitung ja schon in unseren News ja schon dementiert.

Da ich die genauen Vorkommnisse nicht kenne lass ich es mal bei der Feststellung, dass ich es mir nur schwer vorstellen kann, dass der Special Guest ohne Soundcheck auf die Bretter muss und dass es mit Öffnung der Tore und Start der Show je nach Lokalem Veranstalter mal zu Verschiebungen kommen kann, sollte man als relativ erfolglose Band (und das sind Jaded Heart im Vergleich zu den beiden andern) einfach mal schlucken! Meine persönliche Einstellung, ohne hier Partei ergreifen zu wollen ist einfach: Derjenige der noch nichts wirklich zählbares erreicht hat, muss manchmal auch in eine Zitrone beißen und sich vorstellen es sei ein süßer Apfel. Wer sofort in den Sack haut wird auf Dauer seinen Underground Status nicht verlassen. Oder wie es schon zu Grpßmutters Zeiten hieß:“ Lehrjahre sind keine Herrenjahre.“

Also verließ das Package den Süden Europas um dann im hohen Norden den Bus in irgendeinen Norwegischen Graben zu setzen.

Ich war also schon gespannt, wie die beiden deutschen Power Metal Aushängeschilder diese beiden Nackenschläge verarbeiteten und wie sie mit der Matrix klarkamen.

Bochums Rocktempel No.1 steht in meiner Konzertgunst ziemlich weit hinten. Zu oft hab ich hier Konzerte erlebt, die einen Sound hatten der selbst bei einer Gartenparty für Beschwerden gesorgt hätte. Nur wenn der Laden gut gefüllt ist, war der Sound brauchbar, dafür gab es mit der Sicht Probleme!

Und über allem schwebt die Tatsache, dass dieser erbarmungslose Schlauch einen Großteil der Stimmung schluckt. Weil mir die Eingangsproblematik bekannt war, dachte ich mir, lieber etwas später zu kommen um nicht zu lange im unseeligen November Regen rumstehen zu müssen. Aber nicht zu spät eintrudeln, sonst muss man den ‚Wagen am Ende der Welt parken und einen kleinen Abendspaziergang (durch den November Rain)machen.

Die ganze Vorplanung war für den Allerwertesten denn, als ich gegen 19:30 die Matrix erreichte war am Einlass eine ewig lange Schlange, die sich aufgrund von Kontrollen und nur einer geöffneten Kasse für Abendkassenkarten, Gästeliste und den Jungs und Mädels die ihr Ticket schon im VVK erstanden haben. Man sollte meinen, dass der Laden hier schon genug Erfahrungen sammeln konnte um den Einlass etwas zu entzerren und für die Fans erfreulicher zu gestallten. Hier sollten die Organisatoren mal nach nebenan in die gute alte Zeche schauen, wie man auch mit größeren Zuschauerzahlen einen zügigen Einlass hinbekommen kann.

Na gut, genug des Meckern, die Halle war gut gefüllt und zwar mit einem Publikum, dass neben dem Nachwuchsbanger, der grad die ersten Achselhaare züchtet auch die Jungs beinhaltet, die ihre letzten Haare unterm Arm pflegen damit sie noch lange Spaß damit haben. Oder einfacher gesagt alles von 16 – 60 was auf Power Metal stand war am Start, um ohne Genrationskonflikt eine wunderbare Party zu feiern.

Und schon zu Beginn des Brainstormgigs sollten sich die zwei Gesichter der neuen Scheibe zeigen. Während ich zwar langsam aber sicher auch Zugang zu „Forsake What I Belive“ von „Memorial Roots“ finde, kann der Song Live richtig überzeugen und stürzt einen kopfüber ins Geschehen. Die ersten Töne und Andi B. Franck hat die Meute in seiner Zweiten Heimat voll in der Hand. Der Ruhrpott frisst dem Ausnahmesänger förmlich aus der Hand und man hat das Gefühl, dass jede seiner „Bitten“ erfüllt würde. Hände hoch … mitsingen… Vielleicht kommt beim nächsten Mal noch auf einem Bein von rechts nach links im Takt hüpfen. Der Tonmann zeigt, dass man auch in die Matrix einen einigermaßen Sound bekommen kann. Eine hervorragende Leistung. Nach einem kleinen Zug durch die vergangenen Scheiben zeigt auch „Shiver“, dass die neuen Songs ihre Stärke on Stage haben. Der Song zündet, die Fans gehen mit und die Bainstormer haben Spaß. Die Spielfreude, das Charisma des Fünfers überzeugen und mit „Shiva’s Tears“ folgt das erste ganz große Highlight einer Brainstorm Show – diesmal jedoch ohne viel Drumherum. Die Stimmung steigt und das obwohl die Halle mal wieder viel der Reaktionen verschluckt. Mit der ‚Ansage zu „The Conjunction of 7 Plantes“ wird dieser Song schnell umbenannt. Weil ein schweizer Fan fragte ob nun der 3. Song der neuen Scheibe kommt und Andy antwortete „Es kommt der dritte Song“ wird dieser Song nun als „der 3. Song” in die Geschichte eingehen. Dank des CD- bzw. MP3 Zeitalters lernen einige Fans die Titel der Songs nicht mehr auswendig. Und die Songs bekommen nur noch Nummern.

Die Stimmung war gut und blieb es auch, bis mit „All Those Words“ der zweite Höhepunkt jeder Brainstomshow kam und die ganze Hütte mitsang. Noch zwei Songs und dann gingen Brainstorm ohne eine weitere Zugabe.

Schade, an dem Abend hätte man der Band noch stundenlang zuhören und sehen können und die ganze Halle hätte Andy immer wieder gezeigt, wo denn nun die Hände sind. Geiler Gig, der einfach nur Lust auf mehr macht. Irgendwie wird ich das Gefühl nicht los, dass es mir mit „Memorial Roots“ so ergehen wird wie seinerzeit mit Iron Maidens „Seventh Son…“ die in meine Highlighliste erst mit dem genialen „Monsters of Rock“ Auftritt aufstieg. Schade das bei dem 13 Songs umfessenden Gig (Ich hoffe ich habe nichts vergessen oder mich verzählt) einige Klassiker (wie z.B. „Inside the Monster“) auf der Strecke blieben.

Nach Brainstorm kamen dann also Primal Fear auf die Bühne. Obwohl, Primal Fear auch zur den Top Bands des Genres zählen hätte die Ausgangslage nicht anders sein können. Okay, ich wusste noch vom letzten Sinner Gig, dass Henny Wolter auf der Bühne immer noch der Killer ist und zur Not die Show anstacheln kann und damit auch Mat Sinner zu Höchstleistungen treiben kann. Aber was macht Frontman Ralf Shepers! Wie kommt der doch immer etwas statisch wirkende Sänger damit klar, dass vor ihm ein Meister des Entertainments auf den Brettern stand.

Der Start des Gigs ließ zunächst schlimmstes befürchten. Mat schaute grimmig wie lange nicht mehr rein, Ralf starkste wie ein Roboter über die Bühne und der Funke sprang nur schwerlich über. Was vielleicht daran lag, das „Under The Radar“, nicht unbedingt der Song zum Einstieg kam, der die Menge explodieren ließ und „Killbound“ vom aktuellen Album war im ersten Drittel des Konzertes nicht mehr als bodenständig gut. Der Funke will irgendwie nicht so richtig überspringen. Im Prinzip erweisen sich bei dem Start grad das aktuelle Album als Stolperstein. Das ändert sich mit „Six Times Dead (16.6)“ Das Publikum kommt langsam in die Gänge und der song zeigt, dass er genau das schafft, was sich auf der CD schon andeutete, nämlich die Fans zu pushen. Ralf lässt plötzlich nicht mehr nur die Muskeln spielen, sondern irgendwie hat man das Gefühl er hat die Handbremse gefunden und gelöst. Nicht mehr auswendig gelerntes Acting, sondern Spontanität und Emotionen. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich mal einen so lockeren Ralf Sheepers gesehen habe.

Gitarrensoli spalten die Fan Gemeinde, was die einen Fasziniert ist für die anderen eine „eingebaute Pinkelpause“ (hier musste man nun den weg zu den Toiletten in der ersten Etage nehmen, die WCs gleich um die Ecke waren aus welchen Gründen auch immer geschlossen worden. Naja, Matrixlogik.) Es muss schon viel passieren, dass ich am Gitarrensolo meine Freude habe. Bei dem was die beiden durchgeknallten Gitarreros ablieferten reichte die Mimik und Gestik der Beiden um am „Griffbrettgewichse“ (wie der Gitarrenlaie gerne sagt) richtig Spaß zu haben.Die beiden Gitarristen pushten sich gegenseitig und so bekam der Gig richtig drive. Der sich bei meinem persönlichen Fave des neuen Albums „Riding the Eagle“ absolut steigerte Irgendwie muss in dieser #Phase eine Initialzündung passiert sein. Der sonst eher unterkühlt bis grimmig wirkende Mat Sinner begann zu Lächeln und lies sich auf Spielchen mit dem Publikum ein. Auf der Bühne fand reger Austausch zwischen den Musikern statt. Und die Stimmung entwickelte sich zum positiven. was soweit führte, dass Ralf bei „Metal ist Forever“ fast einen Lachanfall bekam, weil der Tonman nen kleinen Joke eingebaut hat.Es bedurfte besonderer Konzentration um den Song endlich zu starten. Mit „Hands of Time“gab es die benötigte Ladung Gänsehaut und „Seven Seals“ wird zu einem echten Highlight der Show.

Ein ordentlicher erster Teil bei dem Primal Fear zunächst ihren Ruf als Tonträger und nicht Live Band zu bestätigen schienen und ein gelöster zweiter Teil, machten den Abend im Endeffekt zu einer runden Sache.

Ich würde mir wünschen, dass Primal Fear die lockere Stimmung aufgesaugt haben und gemerkt haben, dass Primal Fear auch funktioniert, wenn man nicht „nur“ konzentriert zu Sache geht. Der Sound war auch bei Primal Fear für Matrix Verhältnisse okay, wobei in den schnelleren Passagen manchmal etwas breiig war – aber das ar doch zu verkraften.

Fazit: Geniale Brainstorm, gute Primal Fear – wer hat da noch Jaded Heart vermisst? Ich hatte das Vergnügen die Jungs in der neuen Besetzung schon zu sehen und kann nur sagen, mir haben sie nicht gefehlt.





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